Anna Lindenau

Im Juni 1965 wurde ich in Düsseldorf geboren. Schon als Kind war ich an allem interessiert, was mit Kreativität und Kunst zu tun hatte. Ich sang im Wohnzimmer Lieder (meist von Barry Manilow oder Frank Sinatra) und spielte mit Freundinnen berühmte Personen und Pop-Gruppen nach. Ich hatte eine Vorliebe für das Ballett und für Stepptanz.
In unbenutzte Schulhefte schrieb ich seitenlange Romane und verfasste schon damals Tiergedichte.
Meine Kindheit verbrachte ich mit Menschen, die mich liebten, aber keinen Sinn für meine „Andersartigkeit“ hatten. So erlernte ich nach der Realschule einen „normalen“ Beruf. Ich wäre viel lieber Schauspielerin oder Sängerin geworden. Doch ich besaß nicht die nötige Selbstbehauptung und war damals überaus beeinflussbar.
Ich wurde Parfümerieverkäuferin.

Wenig später arbeitete ich als Sachbearbeiterin in einem Büro, absolvierte eine Umschulung zur Bürokauffrau, schloss eine Ausbildung als Kosmetikerin ab, arbeitete als Telefonistin und als Sekretärin, studierte drei Semester Judaistik, jobbte in einem Altenheim und schrieb in einer Marketingabteilung Artikel für eine Zeitschrift.
Außerdem besuchte ich spirituelle Seminare, las Bücher über Weltgeschichte, Religionen, Mythen, Philosophie und sammelte Erfahrungen in Partnerschaften.
Während all dieser Zeiten schrieb ich unentwegt (Gedichte, Tiergeschichten und andere Schriften). Zwischenzeitlich war ich immer wieder arbeitslos.

Ich erkannte, dass mein ständiger Berufswechsel auf meine nicht verwirklichte Berufung zurückzuführen war. Ich ging nicht „meinen“ Weg, sondern folgte den Vorschriften und Gedanken der Masse.
Die meisten Menschen, die häufig ihre Arbeitsstelle wechseln, sind nicht an „ihrem“ Platz. Entweder suchen sie noch „ihren“ Weg oder sie trauen sich nicht, ihrem Weg zu folgen.

Ich war es satt, mich in Arbeitsprozesse eingliedern zu lassen, von denen ich nicht überzeugt war und somit auch nicht mit dem Herzen dabei sein konnte. In den meisten Jobs ging es nur um Profit und Verkauf – egal auf wessen Kosten…
Wenn ich zu lange in einer Arbeit verweilte, die mir nicht entsprach, erkrankte ich.
Es quälte mich, immer wieder neu anzufangen, immer wieder von meinem Kurs abzukommen. Ständig fühlte ich mich hin- und hergerissen (und auch unter Druck), Geld verdienen zu müssen und dem Wunsch, zu arbeiten, was mein Herz begehrt. Viele Jobs, die mich erfüllten, brachten einfach kein Geld (Tierhilfe, Menschenhilfe).
Diese Missstände in unserer Gesellschaft in Bezug auf Menschlichkeit und Nächstenliebe und der Zwang, sich in irgend einer Arbeit für Geld zu verdingen, veranlassten mich dazu, mir die Frage zu stellen: Was will ich eigentlich wirklich?

Ende 2008 begann ich Take YOUR way zu schreiben.
Dieses Buch sollte Licht in das dunkle Labyrinth meines Lebens bringen. Der Irrgarten dieser Erde sollte umgegraben werden zu einem klaren Weg. Ich wollte mir die Mechanismen vor Augen halten, die mich immer wieder davon abhielten, ich selbst zu sein und meinen eigenen Weg zu beschreiten. Und noch heute spüre ich die Verstrickungen in mir, das Gefühl, funktionieren zu müssen, sich im gesellschaftlichen System unterzuordnen, um so zu einem leicht beherrschbaren Mitläufer zu werden.

Wir Menschen sind keine Roboter und daher ist es unser Recht, unseren Wünschen und Neigungen zu folgen.
Jeder Mensch hegt tief in seinem Herzen Träume. Meist sind diese Träume gar nicht unrealistisch. Die Frage lautet immer: Wie kann ich meinen Traum mit der Realität verbinden? Es gibt immer einen Weg, die eigenen Fähigkeiten zum Ausdruck zu bringen. Jeder Mensch ist einzigartig und hat seine Talente als Geschenk Gottes mit auf die Erde gebracht.

Wollen wir also unsere Talente in den Nährboden der Erde säen. Unsere Talente sind die Samen aus denen die Früchte gedeihen.
Und die süßesten Früchte sind meiner Ansicht nach die, welche unsere Welt ein kleines Stückchen heiler machen und die als tiefes Gott- bzw. Urvertrauen in uns selbst wachsen.