Wie gelingt es mir, im jetzigen Augenblick präsent zu sein?

Augenblick

Der Unterschied zwischen seelischen Schmerzen und körperlichen Schmerzen und die Frage: Wie beame ich mich ins Jetzt?

Alle sprechen immerzu davon: „Sei präsent im Hier und Jetzt“. Doch wie gelingt mir dies? Wie KANN ich im Jetzt präsent sein? Wann BIN ich im Jetzt präsent und wann bin ich es ohne es zu bemerken) nicht mehr?

Den gegenwärtigen Moment nehme ich nur dann wahr, wenn ich etwas wahrnehme, was JETZT geschieht  –  und zwar mit meinem Bewusstsein ganz bewusst. Wenn ich zum Beispiel achtsam wahrnehme, wie ich jetzt atme …   einatme …   und ausatme …   –  dann bin ich präsent.

Ich kann auch bewusst wahrnehmen, wie ich jetzt sitze oder stehe, wie meine Füße den Boden berühren, wie aufrecht meine Körperhaltung ist, ob ich mit meinem Gesicht lächle und ob mir kalt oder warm ist.

Ich kann aber auch draußen in der Natur sein und achtsam auf den Wind lauschen, wie er in den Bäumen rauscht. Oder ich beobachte bewusst die Blätter, wie sie im Wind tanzen. Oder ich betrachte voll Hingabe eine Blume und wertschätze sie in ihrer Schönheit. Oder ich schaue den Vögeln am Himmel zu.

Präsenz im Hier und Jetzt fällt uns leicht, wenn wir mit unserer Aufmerksamkeit irgendeine FORM, die jetzt gegenwärtig ist, bewusst mit unseren Sinnen wahrnehmen. Wir konzentrieren uns auf „etwas“.

Dieses „sich auf ‚etwas‘ zu konzentrieren“ verknüpft uns immer mit „etwas“ im Außen. Selbst wenn wir unseren eigenen Atem wahrnehmen oder unseren Körper fühlen, so nehmen wir diesen als außerhalb derjenigen Instanz wahr, mit der wir selbst wahrnehmendes Bewusstsein sind.

Wollen wir unser eigenes Herzensfeld bewusst wahrnehmen, so ist dies bereits „die Kunst höherer Spiritualität“, denn unser Herzensfeld ist feinstofflich und damit formlos. Wir können doch eben NICHT „etwas“ wahrnehmen. Nehmen wir unser Herzensfeld wahr, so können wir es NICHT mit unseren Sinnen wahrnehmen, sondern wir können es lediglich spüren.

Uns auf dieser feinstofflichen Ebene in Präsenz wahrzunehmen verbindet uns mit der Essenz unseres Seins. Wir nehmen uns selbst auf der Ebene des Feinstofflichen, Formlosen, Ätherischen wahr  –  jedoch jenseits von konkreter, sinnlicher Wahrnehmung allein auf der Ebene des formlosen, feinstofflich-energetischen Spürens.

Nun sieht unser ganz normaler Alltag eher anders aus. Wir sind in der Regel nicht präsent im Hier und Jetzt und auch NICHT in unserem Innen oder in unserem Herzensfeld zuhause, sondern wir sind in Gedanken. Wir befinden uns zwar körperlich an einem bestimmten Ort, doch sind wir in Gedanken ganz woanders. Und das Kuriose ist nun: In dem Moment, in dem wir HIER sind und an „etwas anderes“ denken, fühlen wir NICHTS mehr körperlich, sehr wohl aber seelisch-mental-innerlich. Wir entfliehen durch diese „Technik“ sozusagen geschickt unserer direkten körperlichen-sinnlichen Wahrnehmung. Wir weichen aus auf ein „Ersatzfühlen“ jenseits des Körperlichen  –  im Seelischen.

Im jetzigen Augenblick präsent

Wir spüren beispielsweise NICHT mehr bewusst den Wind auf unserer Haut, dafür aber sehr wohl den Trennungsschmerz und das Stechen in unserem Herzen, weil wir uns gerade in einer schweren Krise mit unserem Partner befinden. Oder wir lassen uns NICHT von der Schönheit der Blumen berühren, sondern wir „leiden wie Hulle“ darunter, dass unser Chef uns heute gekündigt hat. Dabei stehen wir bei uns zuhause im Garten und unser Chef ist gar nicht da.

Diese seelischen Schmerzen/Gefühle erleben und erfahren wir immer nur dann, wenn wir GEDANKLICH WOANDERS sind. Wenn wir uns in Gedanken an einem anderen Ort befinden als unser Körper.

Wenn wir tatsächlich und wahrhaftig im Hier und Jetzt präsent und gegenwärtig sind, dann ist dieses Jetzt, dieser momentane Augenblick, auf der Ebene unseres seelischen Fühlens neutral. Es ist einfach so, wie es ist. Die Bäume rauschen. Punkt. Die Blumen blühen. Punkt. Dies ist weder gut noch schlecht, es ist einfach so.

Immer dann, wenn wir an „etwas“ denken, das mit dem jetzigen Augenblick (mit dem Hier und Jetzt) NICHTS (direkt und unmittelbar) zu tun hat  –  immer dann sind wir „weg“ und fühlen in uns Gefühle lediglich auf der seelischen Ebene.

Und hier können wir nun den Umkehrschluss ziehen: Wenn wir die Gefühle, die wir auf der seelischen Ebene fühlen und unter denen wir so sehr leiden, NICHT fühlen wollen, dann gelingt uns dies am besten, indem wir uns konkret auf „etwas im Jetzt“ konzentrieren. Wenn wir unsere Gedanken loslassen und uns auf eine Form, die wir JETZT sinnlich wahrnehmen können, konzentrieren, dann vergessen wir für einen Moment unsere seelische Not, unsere Probleme, unsere seelischen Schmerzen, unsere Sorgen und Nöte.

Alles, was mit dem Jetzt zu tun hat, ist zunächst einmal neutral. Wir fühlen seelisch nichts, höchstens körperlich. Erst wenn wir über das, was wir jetzt im Jetzt wahrnehmen, nachdenken, fühlen wir das Jetzt auch auf der seelischen Ebene. Wir haben uns in dem Moment aber auch schon wieder aus dem Jetzt fortgebeamt in unsere Gedankenwelten.

Beim Fühlen können wir also das körperlich-sinnliche Fühlen und das Fühlen auf seelischer Ebene unterscheiden. Körperlich-sinnlich können wir immer nur jetzt im Jetzt fühlen. Wir erleben: JETZT streichelt jemand unsere Haut. Oder JETZT verletzen wir uns. Oder JETZT haben körperliche Schmerzen. Dieses körperlich-sinnliche Fühlen holt uns stets aus unseren Gedanken zurück in den gegenwärtigen Moment.

Dieses in den gegenwärtigen Moment zurückgeholt werden ist auch der tiefere Sinn von Schmerzen. Unseren körperlichen Schmerz fühlen/leiden wir immer JETZT, HIER und in diesem Augenblick. Selbst wenn wir am liebsten in Gedanken woanders wären oder Luftschlösser bauen oder Traumreisen unternehmen würden, unser körperlicher Schmerz beamt uns sicher zurück ins HIER und JETZT.

Menschen, die unter Schmerzen leiden, können an dieser Funktion von Schmerz erkennen, dass sie sich zu viel, zu häufig und zu oft in Gedanken irgendwo anders aufhalten. Sie sind ständig mit ihren Problemen beschäftigt, mit Sorgen, Nöten, Kummer, Zweifeln, Möglichkeiten, Optionen, Eventualitäten und tausend Gedanken. Sie verpassen den jetzigen Moment. Sie sind nicht präsent im jetzigen Augenblick. Sie bemerken gar nicht, was eigentlich JETZT in diesem Moment geschieht, zum Beispiel: „Ich atme, mein Herz schlägt, ich habe es warm, ich bin sicher, ich stehe/sitze/liege, mir geht es an und für sich hier und jetzt ganz gut.“

Körperliche Schmerzen katapultieren uns gnadenlos zurück in dieses Hier und Jetzt. Körperliche Schmerzen sind da einfach erbarmungslos. Sie reißen uns raus aus Erinnerungen, Zukunftsplänen, Vorstellungen, Erwartungen und seelischen Leiden zurück in die Realität. Sie zwingen uns, unseren Körper hier und jetzt wahrzunehmen.  –  Sie zwingen uns, uns dem gegenwärtigen Moment zu widmen.

In unseren Gedanken halten wir uns NIE im JETZT auf, denn wir KÖNNEN das Jetzt gar nicht denken, weil es unmittelbar JETZT IST. Sobald wir denken oder über das Jetzt nachdenken, haben wir den jetzigen Moment auch schon wieder verlassen. Wo sind wir denn dann?

Halten wir uns in unseren Gedankenwelten auf, so sind wir in den Welten unserer Vorstellungen unterwegs. Und diese kreisen in der Regel um unsere Vergangenheit mit unseren Erinnerungen sowie um unsere Zukunft mit all unseren Plänen, Vorhaben, Träumen, Zielen und Wünschen. Fast immer haben wir Vorstellungen davon, wie es „anders“ besser wäre. Fast immer sind wir mit dem jetzigen Moment unzufrieden und wünschen uns, dass es anders sein sollte.

Und genau mit DIESEN Gedanken von „es sollte anders sein“ ERZEUGEN wir in uns dann selbst unsere seelischen Schmerzen. In dem Moment, in dem wir das Jetzt so annehmen, akzeptieren und wertschätzen würde, wie es jetzt ist, wäre wir alle seelischen Schmerzen sofort los und würden ihnen auch nie wieder begegnen.

Und weil sich innen und außen spiegeln, würden sich dann auch sehr rasch unsere körperlichen Schmerzen in Wohlgefallen auflösen, denn unsere körperlichen Schmerzen spiegeln uns ja lediglich unsere inneren seelischen Schmerzen (mit denen wir uns ja aber (leider) identifizieren und an denen wir festhalten, weil sie gewohnt sind und weil wir sie „lieben“).

Ein Beispiel: Kurt ist bei der Arbeit. Es ist in der Werbebranche tätig und Web-Designer sowie Gestalter von Flyern, Plakaten, Prospekten und Firmenlogos. Es mag seinen Job und er liebt es, wie er sich dort kreativ entfalten kann. Wenn er an seinem Computer sitzt, ist er voll und ganz bei der Sache. Er ist wie „in einer Blase“  –  und dies ist vergleichbar mit dem Spiel unserer Kinder, wenn sie im Kinderzimmer selbstvergessen ihre Spiele spielen. Unsere Kinder befinden sich dann ebenfalls in ihrer „Spiel-Blase“  –  Es ist eine ganz andere Welt. Die Welt der Fantasie, der Kreativität, der unendlichen Möglichkeiten pulsiert lebendig  –  und unseres Inneren Kindes freut sich des Lebens.

Nun verspürt Kurt bei seiner Arbeit plötzlich ein körperliches Bedürfnis: Er muss einmal auf die Toilette gehen. Er steht also auf und geht auf die Toilette. In dieser Pause „wacht er auf aus seiner Blase“. Plötzlich hat er „nichts mehr um die Ohren“. Er ist frei  –  und seine Gedanken sind es auch. Kurt ist nicht mehr fokussiert auf seine Projekte, seine Arbeit und seinen Computerbilschirm, sondern er ist vollkommen frei.

Seine Gedanken sind mit einem Male frei flottierend  –  sie wirbeln lustig in seinem Kopf herum und fahren eifrig Karussell. Kurt nimmt gar nicht bewusst wahr, wie er aufsteht, durch den Flur geht, die Tür öffnet, zur Toilette geht, die Entspannung des Loslassens fühlt, Hände wäscht und wieder zurück geht  –  nein, all dies läuft nur in seinem Gewahrsein ab, im Hintergrund, vollkommen unbewusst, ja fast unbeteiligt und mechanisch.

Im Vordergrund stehen bei Kurt seine Gedanken. Er denkt an seine Frau und die Kinder und wie alles weitergehen soll. Heute Morgen hatten sie sich schon wieder so heftig gestritten. Dabei ist seine Frau JETZT gar nicht auf der Toilette anwesend. Kurt denkt also an die Vergangenheit und zugleich an die Zukunft  –  ob es eine gibt und wenn ja, wie sie ausschauen könnte …

Kurt beschäftigt sich in Gedanken mit Menschen und Situationen (Formen), die JETZT überhaupt nicht da sind. Und HIERAUS produziert er SEELISCHEN Schmerz.

Würde Kurt wahrnehmen, was jetzt ist, dann würde er seinen Gang zur Toilette sowie alle HIERZU gehörigen Sinneswahrnehmungen bewusst wahrnehmen. Und es wäre NICHTS los. Er hätte überhaupt keine Probleme. Jetzt ist jetzt und die Toilette ist vollkommen in Ordnung. Das JETZT ist gut so wie es ist. Zur Toilette gehen erzeugt keine Schmerzen, bereitet keine Probleme, macht uns keine Sorgen und ist total easy-going.

Das Verrückte ist nun: Je mehr wir an etwas denken und uns darüber ärgern, dass es NICHT so ist, wie wir es uns wünschen, desto weniger wird es in unser Leben treten. Doch warum ist dies so? 

Es ist ganz logisch …  –  Wir denken an das Ereignis, das wir uns wünschen oder sogar herbei sehnen, doch dabei fühlen wir in uns eben NICHT pure Freude, sondern Kummer, Ärger und Frustration. Jetzt in diesem Moment, in dem wir an das denken, was wir uns wünschen, schwingt in uns negative Energie. In uns schwingen Sorgen und Zweifel. Und genau DIESE Energie ist die Grundlage für das, was sich im Außen und in unserem Leben manifestieren wird.

Solange wir verärgert und frustriert sind, solange wir hadern und grollen, solange ist die von uns herbei gesehnte Veränderung mit eben genau DIESEN negativen Energien verknüpft und verkoppelt  –  ja verheiratet. Das Leben/das Universum KANN uns NICHT mit etwas anderem beschenken als mit derjenigen Energie, mit der wir uns selbst schon jetzt beschenken. So sind nun mal die Gesetzmäßigkeiten des Lebens und des Seins.

Wie kommen wir aus dieser verzwickten Nummer nun heraus?

Es ist ganz einfach:

1) Wir denken an das gewünschte Ereignis.

2) Wir freuen uns innerlich schon jetzt wie es sich anfühlt, wenn es so wundervoll und schön eintritt, wie wir es uns wünschen.

3) Und noch BEVOR sich Zweifel in unsere Gedanken einschleichen und sich in uns breit machen KÖNNEN, switchen wir schnell wieder zurück in den jetzigen Moment und nehmen bewusst war, wo wir sind, dass wir atmen und was wir jetzt im Hier und Jetzt direkt vor unseren Augen ist und was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können.

4) Wir verschwenden KEINEN weiteren Gedanken mehr an das, was wir uns gewünscht haben, sondern wir bleiben präsent im Hier und Jetzt  –  wir erfahren den gegenwärtigen Moment voll Freude mit unseren Sinnen.

So und nur so gelingt uns SICHER, Schönes zu manifestieren. Es bedarf einer gewissen Entschlossenheit, das eigene Bewusstsein, den eigenen Fokus und die eigene Aufmerksamkeit gezielt wieder auf das Hier und Jetzt zurück zu lenken. Und zwar sofort nachdem wir an etwas Schönes gedacht haben. Nur dann kann das Schöne in unser Leben fließen …

Probiere es einfach mal aus. Die Resultate sind mehr als verblüffend. Man kann fast von Wundern sprechen, denn es geschehen und verändern sich plötzlich Dinge, die sich jahrelang nicht verändert haben und bei denen wir bereits alle Hoffnung verloren und aufgegeben hatten …

Viele sehr hilfreiche weitere Infos und wertvolle Impulse findest Du gratis unter http://www.datgeitman.de/lichtschule.html und http://www.datgeitman.de/lichtschule#Inhaltsuebersicht sowie in dem Buch „Eine Neue Ordnung – Praxishandbuch zum spirituellen Erwachen“ (Hierophant-Verlag).

Björn Geitmann

www.datgeitman.de/lichtschule

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Liebe Dich selbst, sonst liebt Dich keiner …!
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Eine Neue Ordnung Band 3
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